BAG Mitgliederversammlung
v.l. Dieter Eckert, Jürgen Eufinger, Barbara Rehbehn, Andreas Mehlich, Uwe Lummitsch, Markus Kissling, Eva Maria Antz, Aykut Tasan

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hat sich neu formiert

Berlin/Jena. Am 16.11.15, ein Tag vor der Mitgliederversammlung, geht es nochmal in Klausur. Ziel ist es, den im Juni dieses Jahres begonnen Prozess der strategischen und personellen Neuausrichtung des Vereines fortzusetzen. Die auf den Klausurtagungen erzielten Arbeitsergebnisse lassen sich vier Bereichen zuordnen: Inhalte, Vereinskultur, Aktivitäten und Struktur, die gleichzeitig als „Gestaltungsauftrag“ wie Reinhard Thies, bisheriger BAG-Vorsitzender, anmerkte, zu verstehen sind.

Hinter den Inhalten verbergen sich drei wesentliche Aspekte, die für die zukünftige BAG-Arbeit richtungsweisend sind: sich mit Gemeinwesenarbeit als Thema zu beschäftigen, gesellschaftspolitische Positionen zu erarbeiten und dabei die eigene Arbeit kontinuierlich zu reflektieren. Letzteres fiel in der Vergangenheit oft dem Pragmatismus im operationalen Geschäft, insbesondere in Zeiten als die Sozialen-Stadt-Mittel stark gekürzt worden, zum Opfer. In diesem Zusammenhang betonte Jürgen Maier, dass „es nicht die Zeit der Selbstreflexion war, denn es galt den Laden am Laufen zu halten“. Aus dieser Erfahrung heraus wird die Vereinskultur in Zukunft eine besondere Stellung einnehmen: sie soll dialogisch, gemeinschaftsfördernd und transparent sein.

Die Aspekte Strukturen und Aktivitäten beziehen sich auf die verschiedenen Kommunikationswege sowohl nach innen als auch nach außen sowie auf bundesweite Netzwerktreffen, die dem inhaltlichen Austausch sowie der „Beziehungspflege“ der Mitglieder dienen. Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten ist das Thema Weiterbildung. Diesbezüglich ist die BAG in die Vorbereitung und Durchführung der zweijährig stattfindenden GWA-Werkstatt und des Forums Quartiermanagement eingebunden. Zu den Aktivitäten zählen weiterhin (sozialpolitische) Stellungnahmen, Anhörungen und die Umsetzung von Projekten.

Wie was in Zukunft bedient werden kann, ist eine Frage der Ressourcen und des Engagements der Mitglieder. Was das BAG-Credo anbetrifft, wollen wir auch weiterhin der BAG-Maxime „politische Schlagkraft gepaart mit Fachlichkeit“, wie Heike Binne in der Rückschau die BAG-Arbeit umschrieb, gerecht werden.

Wer sind nun die „Neuen“?

In den geschäftsführenden Vorstand wurden gewählt:

1. Vorsitzender Uwe Lummitsch (LAGFA Sachsen Anhalt),
2. Vorsitzender Markus Kissling (LAG Niedersachsen) und
Kassierer Andreas Mehlich (LAG Thüringen).

Ebenfalls wurden fünf Beisitzer*innen gewählt:

Eva Maria Antz (Stiftung Mitarbeit),
Barbara Rehbehn (Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V.),
Dieter Eckert (AWO Bundesverband e.V.),
Jürgen Eufinger (LAG Hessen),
Aykut Tasan (WiN-Projekte Bremen).

Reinhard Thies, Hartmut Fritz und Jürgen Maier sind Persönlichkeiten, die den Geist der BAG und der GWA-Szene, lokal und (über)regional, über vier Jahrzehnte geprägt haben. Sie werden die BAG ideell und fachlich weiter unterstützen. Ihr außerordentliches und oftmals mutiges Engagement würdigten zum Abschluss der Mitgliederversammlung langjährige Wegbegleiter*innen wie Dr. Rolf-Peter Löhr, ehemals stellvertretender Leiter des Deutschen Institutes für Urbanistik, Nicole Graf, Referatsleiterin Soziale Stadt, Heike Binne, Quartiermanagerin in Bremen und Stefan Gillich, Referent für Wohnungslosenhilfe der Diakonie Hessen. Stefan Gillich hat in seiner Würdigung ein Aphorismus von Wilhelm Raabe vorangestellt, der dem neuen Vorstand als Botschaft genauso gut auf den Weg mitgegeben werden kann: Blick auf zu den Sternen und gib acht auf die Gassen.