SRL-Jahrestagung: "Stadt sozial entwickeln - Boden sozial nutzen"

Die bisherigen Strategien zur Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik müssen überdacht werden: Viele Städte wachsen wieder, die Wohnungsnot nimmt zu, die Wirtschaft boomt, die Zinsen sind niedrig. Die Zunahme der Arbeitsplätze gerade in den urbanen Agglomerationen, die Zuwanderung aus dem
In- und Ausland, Schwarmeffekte insbesondere von Universitätsstädten und nicht zuletzt die Reurbanisierungsstrategie im Sinne der „Leipzig Charta“ werden weiterhin zu einem starken Wachstum unserer Städte führen.

Dieser Drang in die Städte hat zur Folge, dass viele Stadtbewohner von immer höheren Wohnkosten und von Verdrängungsprozessen betroffen sind.
Bezahlbaren und sozialen Wohnraum zu sichern und zu schaffen, innovative Bodenpolitik zu betreiben, den Bestand sozialverträglich zu verdichten und neue Wohngebiete zu entwickeln, wurde in den letzten Jahrzehnten als politische und damit Planungsaufgabe leider vernachlässigt. Deshalb wollen wir auf
dieser Tagung der Frage nachgehen, wie Wohnungs- und Bodenpolitik in eine sozialgerechte Stadtentwicklungsplanung integriert werden können, um der Wohnungsnot zu begegnen.

Dabei stellt sich auch die Frage nach einem Leitbildwandel.
Was kann vom sozialen Wohnungsbau und den gemeinnützigen Wohnungsunternehmen der Nachkriegszeit gelernt werden, welche Fehler sollten wir nicht wiederholen? Was kann aus dem Ausland übertragen werden, z.B. aus Wien, der Schweiz, den Niederlanden? Welche Modelle einer sozialgerechten Wohnraumversorgung gibt es? Welche Planungsinstrumente, Förderprogramme und Bodenpolitiken sind zu stärken? Welche Rolle spielen die Bauträger für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und alternativer Wohnmodelle? Wie kann eine kommunale Wohnungsstrategie als Teil der integrierten Stadt
entwicklung aufgebaut werden?

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